Naturkundliches Monitoring-Projekt
Im laufenden Monitoring-Projekt stehen verschiedene Tierarten im Fokus. Durch die Einbindung der Bevölkerung soll der bislang lückenhafte Wissenstand erweitert werden. Interessierte Personen sind im Sinne einer «Citizen Science» eingeladen, Beobachtungen zu melden.
Die BZG und das Amt für Umwelt danken für Ihre freiwillige Mithilfe.
Was geschieht mit den Beobachtungsmeldungen?
Nach einer Überprüfung durch das Projektteam werden die Fundpunkte in die Datenbank des schweizerischen Online-Portal «Webfauna» (in welchem Liechtenstein angeschlossen ist) übertragen und wissenschaftlich ausgewertet.
Fokusprojekt 2026
In diesem Jahr werden die Zielarten von 2025 weitergeführt:
Zusätzlich werden folgende neue Arten fokussiert:
Die Nosferatu-Spinne stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und breitet sich seit einigen Jahren in Mitteleuropa aus.
Zwischenergebnisse 2024–2025
Den Zwischenbericht für die Jahre 2024–2025 finden Sie hier im Überblick.
Weitere Projekte
Glühwürmchenprojekt
Seit 2017 besteht unter der Federführung der Botanisch-Zoologischen Gesellschaft Liechtenstein-Sarganserland-Werdenberg (BZG) ein Monitoring- und Citizen-Science-Projekt für Glühwürmchen.
Beobachtungen können ab 2026 auch auf dieser Seite erfasst werden.
Erinnerungen an frühere Standorte in Liechtenstein, zusätzliche Fundkriterien oder weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite gluehwuermchen.li.
Steckbriefe
Zu jeder der gesuchten Tierarten stellen wir Ihnen hier eine kurze Beschreibung zur Verfügung.
Steckbrief: Nosferatu-Spinne
Foto: Jürgen Kühnis Diese Spinnenart gehört zur Familie der Kräuseljagdspinnen. Ihr markantes Rückenmuster auf dem Vorderkörper erinnert an einen Totenschädel gefolgt von einer stern- oder schmetterlingsförmigen Zeichnung. Bei ausgestreckten Beinen erreicht sie eine Länge von 6-7 cm.
Sie baut keine Netze und ist eine nachtaktive Lauerjägerin, die ihre Beutetiere mit einem Giftbiss erfasst. Wenngleich die Art das ganze Jahr (vorwiegend in Gebäuden) gefunden werden kann, ist sie vor allem in den Wintermonaten aktiv.
In der Schweiz wurde sie 1993/94 zum ersten Mal in Basel entdeckt. Sie ist einer der wenigen Spinnenarten, bei der ein Biss dünne Hautstellen beim Menschen durchdringen kann. Die Reaktion soll dabei mit einem Mückenstich vergleichbar sein.
Weitere Infos unter: species.infofauna.ch
Steckbrief: Wespenspinne
Foto: Rainer Kühnis Die wärmeliebende Wespenspinne trägt auch die Namen Zebra- oder Tigerspinne und ist durch den gelb-weiss-schwarz gestreiften Hinterleib mit anderen Spinnenarten nicht zu verwechseln. Männchen sind mit maximal 6 mm Körperlänge wesentlich kleiner als die bis zu 2.5 cm grossen Weibchen.
Die Wespenspinne baut ihr charakteristisches Radnetz mit Zick-Zackmuster an sonnigen, offenen Standorten und fängt damit Insekten. Nach der Begattung, die im Sommer stattfindet, versucht das Weibchen das Männchen zu fressen.
Ab Ende August werden mehrere hundert Eier in einem Kokon abgelegt, in dem die geschlüpften Jungspinnen überwintern. Im Mai krabbeln die Jungtiere auf Halme und lassen sich mit vom Wind davontragen. Die einheimische Art breitet sich seit einigen Jahrzehnten immer weiter in Europa aus.
Steckbrief: Gemeiner Rosenkäfer
Foto: Rainer Kühnis Der bis 2 cm grosse Käfer gehört aufgrund seiner metallisch-grün bis bronzebraun glänzenden Färbung zu unseren schönsten Käferarten. Auf seinen Deckflügeln finden sich mehrere weisse Flecken.
Der Käfer ernährt sich von Pollen und Nektar von Rosenblüten, Holunder, Obstgehölzen, Weissdorn oder Doldenblütlern.
Die Eier werden in modrigen Baumstümpfen oder Komposthaufen abgelegt, wo sich dann die Larven von abgestorbenem Material ernähren. Der Käfer trägt dadurch zur Zersetzung von organischem Material bei.
Die Entwicklung vom Ei bis zum flugfähigen Käfer dauert 2-3 Jahre.
Steckbrief: Gemeine und Gefleckte Ameisenjungfer
Fotos: Thomas Reich & Jürgen Kühnis Ameisenjungfern sind Insekten (Ordnung der Netzflügler). In der Schweiz sind bislang 11 und in Liechtenstein zwei Arten bekannt.
Das ausgewachsene Fluginsekt ähnelt einer Kleinlibelle, hat jedoch deutlich längere Fühler und ist nachtaktiv. Sie werden von Menschen deshalb nur selten wahrgenommen. Augenfälliger sind die kreisrunden Fangtrichter ihrer Larven («Ameisenlöwen»), die an regengeschützten, sandigen Stellen z.B. unter Stalldächern oder Brücken erstellt werden. Die Anwesenheit solcher kleiner Gruben ist ein guter, erster Hinweis für das Vorkommen von Ameisenjungfern.
Die Larven sind nur schwer unterscheidbar. Für eine zuverlässige Artbestimmung sind Nachweise der ausgewachsenen Fluginsekten nötig. Ihre nächtliche Flugaktivität erfolgt bei uns im Sommer von Juni bis August. Wir sind deshalb besonders an Fotonachweisen adulter Tiere interessiert.
Steckbrief: Hermelin
Foto: Rainer Kühnis Das Hermelin (auch grosses Wiesel genannt) ist mit einer Kopf-Rumpflänge von 19-40 cm eines der kleinsten Raubtiere der Welt.
Der flinke Jäger ist auf Wühlmäuse spezialisiert, die er dank seines schlanken Körpers in ihren unterirdischen Gängen aufspüren kann. Das Hermelin bewegt sich meist springend fort und bewohnt abwechslungsreiche Kulturlandschaften mit vielen Deckungsmöglichkeiten.
Im Sommer ist sein Fell braun gefärbt, im Winter weiss. Die Schwanzspitze bleibt immer schwarz.
Steckbrief: Igel
Foto: Rainer Kühnis Mit seinem charakteristischen Stachelkleid ist der Igel unverwechselbar. Das 25-30 cm grosse Säugetier ist dämmerungs- und nachtaktiv und kann auf seiner Nahrungssuche bis zu zwei Kilometer zurücklegen.
Igel fressen u.a. Käfer und deren Larven, Regenwürmer und Schnecken. Auch herumstehendes Futter von Katzen und Hunden wird angenommen. Den Tag verbringen sie in einem von mehreren ausgepolsterten Nestern in Hecken, Asthaufen oder Hohlräumen unter Gebäuden.
Steckbrief: Grosses Glühwürmchen
Foto: Rainer Kühnis Das Grosse Glühwürmchen beginnt ab Ende Mai bis Mitte August um 22 Uhr bis etwa Mitternacht zu erglimmen.
Es leuchten nur die sich auf Bodennähe befindenden, flugunfähigen und schwarzbraungeschuppten Weibchen. Die Männchen leuchten nicht, sind jedoch angezogen vom neongrünen, ruhigen Licht des Weibchens.
Die erwachsenen Weibchen sind bis 2 cm und die Männchen bis 1.2 cm gross. Sie sollten nicht berührt werden.
Steckbrief: Kleines Glühwürmchen
Foto: Marika Hug Das Kleine Glühwürmchen leuchtet lebendig in milden Sommernächten im Juli ab 22 bis etwa 23 Uhr. Im Gegensatz zum Grossen Glühwürmchen leuchten beim Kleinen beide Geschlechter.
Die Weibchen sind flugunfähig, cremeweiss geschuppt und befinden sich auf Bodennähe. Die Männchen fliegen und leuchten hell neongrün und verglimmend im Flug. Beide sind etwa 1 cm gross. Sie sollten nicht berührt werden.